Nachbericht zur ACROSSEE Abschlusskonferenz

17.12.2014

Eröffnet wurde die Konferenz von Thomas Spiegel, Repräsentant des Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit), und Botschafterin Margit Westfelt, der stellvertretenden Generalsekretärin der Central European Initiative (CEI), dem Lead Partner des ACROSSEE Projekts. Zusätzlich gab Roberta Calcina, Projektmanagerin des South East Europe Transnational Cooperation Programme, einen Ausblick auf zukünftige territoriale Kooperationsmöglichkeiten.

Die erste Session der Konferenz war der Präsentation einiger der wichtigsten Projektresultate gewidmet. Die technische Universität Bukarest stellte zusammen mit dem bmvit die Empfehlungen im Hinblick auf den EU-Finanzrahmen 2014-2020 und das Arbeitspapier für die Optimierung des TEN-T Kern- und erweiterten Netzes vor.

CEI erläuterte daraufhin das erarbeitete Verkehrsmodell, mithilfe dessen das multimodale Verkehrsnetz in Südosteuropa im Detail analysiert werden kann, was die Identifizierung ungenutzter Potenziale und Abschätzung der Auswirkungen kritischer Stellen ermöglicht. Neben der Reproduktion des Status Quo enthält das Modell verschiedene Referenzszenarien bezogen auf die Entwicklungen bis 2020 und 2030.

AustriaTech präsentierte anschließend das Data Management Centre, eine webbasierte Plattform zur Unterstützung und Erleichterung des Austauschs grenzüberschreitenden und verkehrsbezogenen (Meta-)Daten im südosteuropäischen Raum wie auch von ACROSSEE-Projektergebnissen. Ziel dieses Prototyps war die Demonstration der Vorteile und Herausforderungen eines solchen zentralen Zugangspunktes. Die Plattform ist unter www.transportmodelling.eu verfügbar.

Zuletzt war die Analyse von Grenzübergängen ein Thema, zusammen mit vorläufigen Empfehlungen für die Harmonisierung von Zollverfahren. In dieser Hinsicht wurden die relevanten Auswirkungen im Kontext der Analyse hervorgehoben, zusammen mit dem komplexen regulativen Rahmen – der zur Zeit von einem bemerkenswerten Harmonisierungsprozess geprägt ist – welcher wiederum in engem Zusammenhang mit der Integration auf EU-Ebene und im westlichen Balkangebiet steht.

Die zweite Session stand im Zeichen einer Podiumsdiskussion zwischen Thomas Spiegel (bmvit), Franc Žepič (Priority Coordinator des EUSDR), Nemim Begovic (SEETO) und Andreas Zimmer (UNECE TER). Es herrschte ein genereller Konsens über die höhere Effizienz administrativer Maßnahmen im Vergleich zu rein infrastrukturorientierten Aktivitäten: „Die Verbesserung von Infrastruktur (teuer!) spart Minuten; ein Abbau der transnationalen Barrieren, im speziellen bei Grenzübergängen (niedrige Investitionen) Stunden!“. Das Podium stimmte ebenfalls darin überein, dass Pilot-Umsetzungsprojekte im westlichen Balkanraum notwendig seien, damit die Wartezeiten an Grenzübergängen verringert werden können. Dies könnte auch der Fokus eines EU-Folgeprojekts sein.

Geschlossen wurde die Konferenz mit einem Statement von Generalsekretär Herbert Kasser, bmvit. Er betonte die Wichtigkeit von ACROSSEE als einen ersten Schritt hin zu konkreten Umsetzungen in Südosteuropa und damit zu schnellerer Mobilität und effizienterer Logistik.

Das Projekt ACROSSEE (Accessibility improved at border CROSsings for the integration of South East Europe, SEE/D/0093/3.3/X) wurde durch das Transnational Cooperation Programme “South-East Europe” der Europäischen Union im Rahmen des 4. Calls for Proposals kofinanziert.

ACROSSEE ist als erstes Projekt nach den neuen EU TEN-T-Richtlinien ausgerichtet und zielt auf einen Abbau transnationaler Barrieren, im speziellen bei Grenzübergängen, in Südosteuropa ab. Wichtige Aspekte sind die Rationalisierung und Optimierung des existierenden Netzwerks sowie die Ausweitung des EU-Verkehrsnetzes in die westlichen Balkangebiete.

Weitere Informationen sind unter www.acrossee.eu verfügbar.