Ablenkung im Fahrzeug

30.07.2015

Am 8. Mai 2015 startete im Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie gemeinsam mit einer Pressekonferenz eine neue Initiative gegen Ablenkung im Fahrzeug. Als weiterer lösungsorientierter Schritt nach diesem Auftaktworkshop fand am 23. Juni der erste themenvertiefende Workshop statt. Ziel ist es, gemeinsam mit allen relevanten Akteuren ein Positionspapier, Handlungsempfehlungen und erste Maßnahmen für einen sicheren Verkehr mit weniger Ablenkung durch Human Machine Interfaces (HMI) bis zum Beginn des nächsten Jahres zu erarbeiten. Ablenkung im Straßenverkehr wird als Thema mit hoher Bedeutung eingestuft, die Einrichtung der Arbeitsgruppe in der ITS Austria sowie die Maßnahmen sind ein klares Signal, dieses Thema eingehend zu behandeln.

Am Anfang ansetzen

Im Workshop am 23. Juni wurden unter reger Diskussionsteilnahme die Schwerpunktsetzung Awareness/Bewusstseinsbildung sowie Aus- und Weiterbildung betrachtet. Als besonders wichtige Maßnahmen im Bereich Bewusstseinsbildung wurden aufgezeigt:

Vorab Definition der Zielgruppen, um darauf aufbauend differenziert Maßnahmen anzusetzenBesseres Identifizieren von Risikofaktoren vorabBewusstseinsbildung bei der Ausbildung – standardisierte Ablenkungsaufgaben vor allem bei Fahrprüfungen integrieren. Ab 29.02.2016 sind einige Fragen zum Thema Ablenkung im Straßenverkehr im Rahmen der Führerscheinprüfungen vorgesehen. Dies ist bereits vom Fachverband der Fahrschulen in der Wirtschaftskammer gemeinsam mit dem bmvit initiiert worden.  Ansätze zur Erhöhung des Bewusstseins - positive Assoziation (Zitat: „Ich gehöre zu denen, die nicht beim Autofahren telefonieren.“) - negative Assoziation (gezielter Einsatz von Schockwirkung von Betroffenen in Werbungen)

Die rege Diskussion zeigte das große Potenzial und den weitere Aktivitätsbedarf für entsprechende Maßnahmen. Als besonders wichtige Maßnahmen im Bereich der Aus- und Weiterbildung wurden aufgezeigt:

Aktualisierung und Erweiterung von verkehrserzieherischen Unterrichtsthemen (Erweiterung vor allem für die SchülerInnen der Unterstufe, in der Altersklasse zehn bis 14 Jahre) Aktualisierung/Erweiterung des nationalen StrafkatalogsFörderung einer Akademischen Ausbildung zum Thema HMISchaffen von internationalen Standardisierungsmethoden; Sicherheitsstandards für Original Equipment Manufacturer (OEM, Erstausstatter hinsichtlich Komponenten für Human Machine Interfaces)Anpassen und Ergänzen der Inhalte der Mehrphasenausbildung und Führerscheinausbildung (inklusive des Fragenkatalogs für die Fahrprüfung)

Ausblick

Ab September finden weitere Workshops zu folgenden Schwerpunkten statt:

WertschöpfungTestinfrastrukturTechnische AspekteOrganisatorisch-rechtliche Aspekte

Sobald die nächsten Termine fixiert sind, werden die TeilnehmerInnen der Auftaktveranstaltung und der bisherigen Workshops eingeladen. Weitere Interessenten können vorab Ihr Interesse an der Workshopteilnahme melden bei: kerstin.stupnik(at)austriatech.at