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ITS European Congress in Straßburg: "ITS Beyond Borders"

30.06.2017

Von 19. bis 22. Juni fand in Straßburg der zwölfte ITS European Congress statt. Thema war diesmal „ITS Beyond Borders“. Im Laufe des Kongresses kristallisierte sich sehr schnell ein Bild heraus: nicht nur das Thema Automatisierung und Connectivity beschäftigt die Branche, sondern das gesamte Angebot von ITS Lösungen ist im Aufschwung und kommt in eine Reifephase. Darüber hinaus ist es bei so vielen neuen Aktivitäten und AkteurInnen wichtig, die Dinge nicht nur so passieren zu lassen, sondern sie auch seitens Politik und Verwaltung aktiv und bewusst zu lenken – was es jetzt braucht, sind System- und Planungsansätze für Rahmenbedingungen für Mobilität von Morgen.

 

Von klassischen Privat-Public-Partnership hin zu echter Kooperationen und Partizipation

Im Kontext Mobilität als Service konnte man in den Diskussionen die Transformation vom „common data layer“ hin zu einem „common service layer“ verfolgen, das bedeutet eine Wandlung hin zu den Nutzeranforderungen. Die Qualität der Daten ist erst dann messbar, wenn auch die NutzerInnen sehen, welche Auswirkungen neue Technologien auf ihre direkte Lebensumwelt haben.

In mehreren Sessions wurde das Ziel von Politik und Straßenbetreibern adressiert, eine nachhaltige Veränderung des Mobilitätsverhaltens herbeizuführen – auch hier, weg von reinen Daten, hin zu Services und digitaler Infrastruktur um dieses Verhalten zu adressieren und zu steuern. Ebenso gilt es, nicht nur NutzerInnen, sondern BürgerInnen vermehrt in Prozesse mit einzubeziehen, und so auch die Kooperationen von Industrie und Serviceanbietern mit der die öffentliche Hand – als Treiber dieser Prozesse – zu stärken.

Dabei war auch eine klare Positionierung Österreichs erkennbar. Zu den Speakern auf dem Kongress zählten unter anderem Peter Ummenhofer und Richard Lax von Kapsch, Michael Kieslinger von Fluidtime, Gino Franco von SWARCO, Marko Jandrisits von der ASFINAG und Martin Russ von AustriaTech. Im Fokus der meisten Beiträge: C-Roads, CAAD learning environments (Testumgebungen für cooperated connected automated driving) und Traffic Management. Durch die starke Vertretung Österreichs in Straßburg war im Zuge des Kongress‘ auch die TRA2018 ein Thema.

 

Europa als Vorreiter bei cooperative connected automated driving

Einem dieser neuen, zukunftsfähigen Modelle – coorporative connected automated driving – ist es bisher noch nicht gelungen, bei der Bevölkerung wirklich anzukommen. Dafür fehlt das Narrativ, die Geschichte, mit der diese Thematik den Menschen nähergebracht werden kann. Immer noch bleiben diese innovativen Ideen auf sehr abstrakten Ebenen, die weder für Politik noch für BürgerInnen greifbar sind. Da stellt sich die Frage: wie will man die VerkehrsteilnehmerInnen mitnehmen, wo sie abholen? Auch hier ist das Herstellen und Verstehen von Zusammenhängen ein relevanter Faktor – denn freie Autos und freie Fahrt bedeuten nicht zwingend auch mehr Freiheit für die NutzerInnen.

Trotzdem war auf dem Kongress nicht zu übersehen, dass Europa in diesen Bereichen auch im internationalen Kontext eine starke Kompetenz und Stärke hat. Und auch kleine Länder können einen Impact liefern: Österreich spielt in cooperative connected automated driving Agenden – etwa durch die C-Roads Plattform – eine wichtige Rolle. Auch im Bereich des automatisierten Fahrens mit den Testumgebungen, Mobilität als Service und digitale Transformation konnten Österreichische Unternehmen in Strasbourg Erfolgsgeschichten aufzeigen.

 

C-Roads: Mitten im „real world deployment“

Schon in der opening Speech der Kommissarin Violetta Bulc wurde klar, dass seitens der Europäischen Kommission C-Roads eine neue Ära der Mobilität auf der Straße einläutet. Das zukünftige Auto wird vernetzt unterwegs sein. Um dies auch zu ermöglichen, haben in Straßburg das Car2Car Communication Consortium (als Vertreterin der Automobilindustrie) und die C-Roads Platform (als Vertreterin der europäischen Ministerien und Straßenbetreiber) ein Memorandum of Understanding unterzeichnet. In diesem ist eine enge Zusammenarbeit festgeschrieben, um ein Ausrollen erster C-ITS Dienste bis 2019 sicherstellen zu können. In einem ersten Schritt werden die Spezifikationen zu den C-ITS Diensten harmonisiert werden. Weitere Information zur neuen C-ITS Kooperation finden Sie hier.

Das gesamte Programm und Details zum 12. ITS European Congress 2017 zum Nachlesen finden Sie hier.