Digital in Motion - ITS Austria Konferenz 2015

10.12.2015

Von 23. bis 24. November widmete sich die diesjährige ITS Austria Konferenz dem spannenden Thema „Digital unterwegs - Transformationen in der Mobilität“. Dabei wurde ein genauer Blick auf die Bereiche Mobilität als Service, Sharing, Digitale Infrastruktur und Automatisiertes Fahren geworfen. „In den letzten Jahren war eine starke Veränderung des Mobilitätsbewusstseins erkennbar, und das in ganz Europa”, eröffnete Josef Fiala, Chairman der ITS Austria Plattform, die Konferenz. „Die Zusammenarbeit zwischen privaten und öffentlichen Stakeholdern ist in einigen Bereichen angestiegen, zum Beispiel bei der Automatisierung und bei Kooperativen Systemen (C-ITS).” Bei solch essenziellen Themen wie der Digitalisierung bedarf es einer Transformationsagenda. Ein Partner allein kann diese Entwicklung nicht steuern. Neue Mobilitätskonzepte wie Sharing oder Mobilität als Service schaffen neue Partnerschaften und Kooperationen in der Mobilitätsbranche und zeigen die großen Herausforderungen auf, vor denen wir stehen. Aus diesem Grund lud die ITS Austria Plattform internationale Speaker ein, um einen Einblick zu bekommen, welche Chancen und Herausforderungen in den verschiedenen Ländern existieren und welche Möglichkeiten sich hier für Österreich bieten.

Neue Kooperationsformen

In einer Stadt und im Rahmen ihrer Entwicklung ist Mobilität mit allen Bereichen verflochten. Umgekehrt sind sämtliche Bereiche mit Mobilität vernetzt. So ist es keine Überraschung, dass eine nahtlose Tür-zu-Tür-Mobilität eines der großen Ziele in einer smarten Stadt ist. Die Digitalisierung trägt hier maßgeblich dazu bei und dennoch liegen sowohl europaweit als auch national keine interoperablen Lösungen oder Rahmenbedingungen vor. Die Synchronisierung von Fahrplänen allein reicht nicht aus, um dieses Ziel zu erreichen. „Um ein erfolgreiches Geschäftsmodell entwickeln zu können, müssen alle Stakeholder – aus Politik und Wirtschaft – intensiver zusammenarbeiten.” sagte Roman Srp, Chair der Czech and Slovak ITS&S. Darüber hinaus muss bedacht werden, dass politische Visionen nicht gleichzusetzen sind mit denen der KonsumentInnen und BenutzerInnen. Neue, disruptive Technologien werden die Entwicklung in den Städten und im Transport revolutionieren und dadurch zu neuen Rollenbildern und Geschäftsmodellen, wie zum Beispiel im Sharing, führen. Der Trend von Nutzen statt Besitzen hat bereits Einzug in ganz Europa gehalten. Umweltfreundliche und soziale Lösungen spielen eine bei Weitem größere Rolle in der Entscheidungsfindung der EndnutzerInnen als bisher. Ein Gedanke, der auch seitens der Politik mit dem Thema Mobilität als Service aufgegriffen wurde. Ursprünglich aus Finnland kommend, versuchen viele europäische Länder diesen Servicegedanken in ihnen Aktivitäten und Maßnahmen für eine bessere Mobilität zu integrieren. Mobilität als gemeinsames Gut und nicht als Ware zu definieren steht dabei im Mittelpunkt. Individualisierte Pakete für die BenutzerInnen sind darin genauso enthalten, wie Überlegungen, welche Services die KundInnen dabei unterstützen können, umweltbewusste und soziale Entscheidungen zu treffen. Und gerade weil diese Entwicklungen stark von den BürgerInnen getrieben werden, ist es unerlässlich, diese bereits in einem frühen Stadium in die Überlegungen und Planungen einzubeziehen.

Veränderung bedeutet Verantwortung

Mit dem Einzug der Digitalisierung in den Verkehrsbereich wurde eine neue Form der Infrastruktur geschaffen. Diese ist eine neue Form der öffentlichen Verantwortung und es gilt sie zu pflegen und aufrecht zu erhalten. Gerhard Menzel, European Commission, hob die nationalen Aktivitäten der letzten Jahre in diesem Bereich hervor: “Projekte wie die Verkehrsauskunft Österreich (VAO) sind großartige Beispiele für Europa und ein erfolgversprechender Ansatz.” Österreich hat sich stehts diesen neuen Herausforderungen aktiv gestellt. Der nationale IVS-Aktionsplan von 2011 und der überarbeitete Maßnahmenkatalog von 2014 haben den Weg für weitere Maßnahmen und Aktivitäten geebnet. Die ITS Austria Plattform unterstützt diese Bemühungen und leitet diverse Arbeitsgruppen, die sich mit den einzelnen Themen im Detail beschäftigen. So gibt es aktuell eine Arbeitsgruppe, die eine Forschungs-, Technologie- und Innovations-Roadmap entwickelt. Eine zweite Arbeitsgruppe erörtert das Thema Car Interaction Saftey.

Chancen und Herausforderungen

Das Thema Daten spielt besonders in den Bereichen wie Automatisierung und Kooperative Systeme (C-ITS eine wichtige Rolle. Die Umsetzung dieser Technologien und Einbettung in das tägliche Leben wird eine neue Ära im Bereich der Intelligenten Verkehrssysteme mit sich bringen. Davor gilt noch kritisch zu diskutieren und Aspekte, wie die Abgrenzung zwischen privaten und öffentlichen Daten sowie Fragen zu Sicherheitsaspekten zu beleuchten. “Connectivity ist ein Schlüssel für die Mobilität der Zukunft und hat gleichzeitig auch Einfluss auf bestehende Services und Systeme” legt Bernd Datler, Asfinag, dar. Auch hier ist eine stärkere Zusammenarbeit aller beteiligten Stakeholder unumgänglich für eine erfolgreiche Weiterentwicklung des Themas. Deshalb wurde in Österreich auf Initiative des bmvit ein sechsmonatiger Prozess unter Einbeziehung aller relevanten Stakeholder in die Wege geleitet. Hierbei werden vier Arbeitsgruppe verschiedene Aspekte des Automatisierten Fahrens ausarbeiten und Empfehlungen für kurz- und mittelfristige Maßnahmen abgeben. Daraus wird im Anschluss ein Aktiosnsplan für Automatisiertes Fahren entwickelt. Auch auf europäischem Level gewinnt das Thema an Bedeutung und die Chancen einer einheitlichen Regulierung werden diskutiert.  Johanna Tzanidaki, Ertico, fasste zusammen: „Am Ende soll ein automatisiertes und vernetztes Verkehrssystem die Menschen glücklich machen!”